Standortauswahl in der Systemgastronomie: Worauf es wirklich ankommt

Standortanalyse für Gastronomie-Filialen

Kein Faktor beeinflusst den Erfolg einer Gastronomie-Filiale stärker als der Standort. In der Systemgastronomie, wo Konzepte über unterschiedliche Regionen und Betreiber repliziert werden, ist eine systematische Standortanalyse unverzichtbar. Doch worauf sollten Franchise-Geber und -Nehmer bei der Standortwahl wirklich achten?

1. Laufkundschaft und Einzugsgebiet

Die Analyse der Laufkundschaft ist der Ausgangspunkt jeder Standortbewertung. Wie viele Personen passieren den Standort täglich? Welche demografische Struktur weist das Einzugsgebiet auf? Passt die Alters- und Einkommensstruktur zur Zielgruppe des Gastronomiekonzepts? Für ein Mittagsangebot in einem Büroviertel gelten andere Kriterien als für ein Abendkonzept in einer Wohngegend.

2. Wettbewerbssituation

Ein Standort ohne jegliche Konkurrenz ist selten ein gutes Zeichen — er kann auf mangelnde Nachfrage hindeuten. Entscheidend ist die Qualität und Dichte des Wettbewerbs: Gibt es direkte Konkurrenten im selben Segment? Wie weit ist der nächste Standort desselben Franchise-Systems entfernt? Ein Mindestabstand zwischen eigenen Filialen schützt vor Kannibalisierung.

3. Erreichbarkeit und Sichtbarkeit

Ein Standort, den man nicht findet, generiert keinen Umsatz. Straßensichtbarkeit, Beschilderungsmöglichkeiten und die Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln sind zentrale Faktoren. Für Konzepte mit hohem Anteil an Abholern und Lieferungen spielt zudem die Parkplatzsituation eine Rolle — sowohl für Gäste als auch für Lieferfahrer.

4. Mietkosten und Wirtschaftlichkeit

Attraktive Lagen haben ihren Preis. Die Kunst liegt darin, die Relation zwischen Mietkosten und erwartbarem Umsatz realistisch einzuschätzen. Als Faustregel gilt: Die Nettomiete sollte nicht mehr als 10 bis 15 Prozent des erwarteten Umsatzes betragen. Eine Wirtschaftlichkeitsrechnung auf Basis konservativer Annahmen schützt vor teuren Fehlentscheidungen.

5. Infrastruktur und bauliche Gegebenheiten

Nicht jede attraktive Lage ist für jedes Gastronomiekonzept geeignet. Abzugshauben, Fettabscheider, barrierefreier Zugang und die Möglichkeit zur Außengastronomie sind Faktoren, die bei der Standortprüfung oft unterschätzt werden. Eine frühzeitige Klärung mit dem Vermieter und den Behörden spart später Zeit und Kosten.

Fazit

Standortentscheidungen sollten nie allein auf Bauchgefühl basieren. Eine strukturierte Analyse, die alle fünf Kriterien berücksichtigt, reduziert das Risiko und schafft die Grundlage für eine wirtschaftlich tragfähige Filiale — ob als Franchise-Geber bei der Netzwerkplanung oder als Nehmer bei der Wahl des eigenen Betriebsstandorts.

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